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Der Turmfalke – ein Kulturfolger

Der Turmfalke ist einer unserer kleinsten Falken. Er ist 33 - 35 cm groß und hat eine Spannweite von 60 -70 cm. Er lebt gerne in offenen Flächen, in Feldfluren, Heideflächen oder an Felswänden. Im Vogelschutzjargon gilt der Turmfalke als sogenannter „Kulturfolger“. Das heißt, der Turmfalke passt sich an die vom Menschen geformten Bedingungen in der Kulturlandschaft und dem Siedlungsraum an. Man sieht den Falken deshalb auch in Dörfern und Städten. In der freien Natur brütet er gern in Höhlungen von Felswänden oder auf Felssimsen. Er nimmt aber auch alte Krähen- oder Elsternester als Brutplatz an. Im Siedlungsraum sind Nischen und Höhlungen in Kirchen, Hauswänden etc. bevorzugter Brutplatz. Er bebrütet seine 4 - 5 weißen, stark braun gefleckten Eier ca. 4 Wochen. In weiteren 4 Wochen sind die Jungen flügge. Gut zu erkennen ist der Turmfalke an seinem Rüttelflug, wenn er sekundenlang mit seinen Flügeln rüttelnd fast auf einer Stelle in der Luft steht und Ausschau nach seiner Beute hält, überwiegend Mäuse und größere Insekten, selten kleinere Vögel. Auch auf Straßenränder hat er sich wie viele andere Greifvögel spezialisiert und nimmt hier vom Autoverkehr getötete Kleintiere auf.

Der Turmfalkenschutz gehört zu den Paradeaufgaben des NABU und hat eine sehr lange Tradition in unserem Naturschutzverband. Im Bliesgau findet man in vielen Kirchtürmen Nisthilfen für den Turmfalken, die von den Naturschutzhelfern ehrenamtlich betreut und von den Vögeln gern angenommen werden. Der Bruterfolg wird saarlandweit registriert und ausgewertet und dient auch als Grundlage nationaler und internationaler Statistik.

Sicherlich ist der Turmfalke nicht unmittelbar vom Aussterben bedroht. Aber auch seine Lebensbedingungen haben sich angesichts veränderter Landnutzungsformen oder Zunahme des Straßenverkehrs weiter verschlechtert. Europaweit hat vor allem Deutschland eine besondere Verantwortung für diese Vogelart. Hier leben mehr als 15 % des gesamten europäischen Bestandes. Die Verbesserung des Angebots an Brutplätzen und die Verbesserung der artspezifischen Lebensräume sind zwei Hilfestellungen, um die Lebensbedingungen für den Turmfalken zu verbessern.


Copyright © 2005 NABU Saarland;  aktualisiert: Montag, 27. Februar 2006