NABU Landesverband Saarland
| Winterfütterung |
|
|
|
|
Das Füttern von Vögeln zur Winterzeit hat nicht nur in Deutschland eine lange Tradition, sondern es ist auch bei vielen Vogelfreunden sehr beliebt. Gleichsam wird dieses Thema kontrovers diskutiert und ruft sowohl Befürworter als auch Gegner auf den Plan. Ist die Winterfütterung sinnvoll?Argumente der Gegner:Gegner argumentieren, dass viele dieser Vögel, die gefüttert werden, nicht in ihrem Bestand bedroht seien und diejenigen Vögel, denen die Fütterung zu Gute kommen sollte von den dominanten Vögeln verdrängt werden und trotzdem den Hungertod erleiden müssen. So wird als Folgerung daraus abgeleitet, dass die Winterfütterung nur einen geringen Beitrag zum Artenschutz leisten kann. Vielmehr sei es erforderlich vielfältige und intakte Lebensräume zu sichern und diese wieder zu schaffen, um so den Vögeln eine natürliche Chance zur Nahrungsbeschaffung im Winter zu gewährleisten. Darwinistische Anhänger mäkeln des Weiteren, dass die Winterfütterung einen unkontrollierten Eingriff in die Natur darstellen würde, welche die natürliche Winterauslese verhindern würde. So würden hier auch wieder diejenigen Arten bevorzugt werden, deren Bestand keiner Bedrohung ausgesetzt seien und die diese Hilfestellung gar nicht benötigen sowie das seltene Arten auch hier wieder mehr zurückgedrängt werden. Argumente der Befürworter:Befürworter der Winterfütterung argumentieren, dass die Winterfütterung viele Vögel im Winter davor bewahre zu verhungern, dadurch dass die verfügbaren Nahrungsressourcen für die Vögel mehr als knapp werden. Des Weiteren wird darauf hingewiesen, dass die Umweltbedingungen für die überwinternden Vögel an sich schon schlecht genug seien und der fortschreitende Einsatz von Pestiziden ihr Nahrungsangebot schmälere als auch das eine fortschreitende Flurbereinigung ihren natürlichen Lebensraum zerstöre. Ein weiteres Argument der Befürworter ist es, dass das Ausbringen von Futterstellen im eigenen Garten dem Menschen die Natur viel näher bringen kann und gleichsam die Artenkenntnis schärfe. Dies gilt besonders für Jugendliche und Kinder, die so spielend die Arten, die sich zu ihren Futterstellen begeben kennenlernen aber auch lernen diese zu unterscheiden. Untersuchungen zeigen indes auch, dass die Winterfütterung große Anhänger findet. So geben Vogelfreunde der Bundesrepublik Deutschland zwischen 15 bis 20 Millionen Euro aus für die Fütterung der kleinen Zweibeiner. Mit dem Aufhängen der Nistkästen ist die Winterfütterung somit die beliebteste Form des Vogelschutzes. Fazit:Als Fazit ist zu sagen, dass eine richtig betriebene Winterfütterung Hilfe für die Vögel und Naturerlebnis zugleich sein kann. Es sollte jedoch nicht übersehen werden, dass heute weitreichende Maßnahmen nötig sind, um den Rückgang gefährdeter Arten zu stoppen. Im Auftrag des Artenschutzes muss daher die Vielfalt in unserer Kulturlandschaft wirksam und langfristig gefördert werden. Dazu gehören unter anderem Agrarumweltprogramme, Maßnahmen zur Pestizidreduktion, die Förderung angepasster Mahdtermine und das zeitweise Belassen von Stoppelfeldern nach der Ernte. Die Fütterung wildlebender Vögel ist aus Sicht des Naturschutzes nicht zwingend notwenig. Eine maßvolle Winterfütterung ist aber auch nicht schädlich. Leitlinien für eine sinnvolle und sachgemäße Winterfütterung:Wann soll gefüttert werden: Die Fütterung sollte erst dann stattfinden, wenn es zu anhaltendem Frost kommt oder der Schnee eine über einen längeren Zeitraum andauernde Schneedecke verursacht. Gefüttert werden sollte öfters am Tag am besten früh, mittags und abends, so dass die Vögel auch wohlgesättigt über die Nacht kommen. Was soll gefüttert werden?Für Körnerfresser wie Sperlinge, Finken und Ammern eignen sich Sonnenblumenkerne und Freiland-Futtermischungen. Wie soll gefüttert werden?Die Futterstellen für die Vögel sollten so angelegt werden, dass das Futter nicht nass werden kann oder gar vereist. Verwenden kann man hier zum Beispiel Häuschen mit einem witterungsgeschützten Futtervorrat, Futtersäckchen oder Fettringe. In der Nähe der Futterstelle sollten Bäume oder Gebüsche stehen, die von den Vögeln bei Gefahr als Zufluchtsort genutzt werden können. Das unmittelbare Umfeld der Futterstelle, in einem Umkreis von 2 Meter, sollte überschaubar sein und vor Feinden wie Katzen, Wiesel, Sperber, Elstern. Krähen und Hähern möglichst geschützt liegen. Verunreinigungen des Futters mit Kot sind zu vermeiden. Die Vögel sollten sich nicht ins Futter setzen können. Auch sollte die Futterstelle mit warmem Wasser gereinigt werden um die Übertragung und die Ausbreitung seuchenartiger Krankheiten zu verhindern. Wie lange soll gefüttert werden?Der Beginn und das Ende der Winterfütterung richten sich nach den jeweils herrschenden Wetterverhältnissen. Gegen Ende des Winters sollte die Fütterung nicht von heute auf morgen, sondern allmählich eingestellt werden. Die Menge und die Fütterungsfrequenz sollte stufenweise reduziert werden. So können sich die Tiere wieder an eine normale Nahrungssuche gewöhnen. Zur Brutzeit sollte auf keinen Fall gefüttert werden, da die meisten Jungvögel die schwer verdauliche pflanzliche Kost nicht vertragen und zu Grunde gehen können. Kontakt: Sara Hoffmann und Helmut Harth
|





