NABU lehnt Vorschlag der Grünen zum Bau einer Nordumgehung Merzig vehement ab
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 16. Mai 2010 um 06:17 Uhr Donnerstag, den 05. November 2009 um 19:46 Uhr
„Die Nordumgehung Merzig, wie die Grünen im Kreis Merzig-Wadern sie in den vergangenen Wochen immer wieder zur Verbesserung der Verkehrssituation vorschlagen, wäre das größte Verbrechen der letzten dreißig Jahre an der Natur im Landkreis. Da kann einem Naturschützer vor dieser ‚Umweltpartei’ schon angst und bange werden“, stellt Karl Rudi Reiter, stellvertretender Landesvorsitzender im NABU Saarland fest.
Die Eingriffe in Natur und Landschaft wären im Vergleich zu der vom NABU ebenfalls abgelehnten Ortsumgehung Besseringen noch einmal um ein Vielfaches größer. Mitten durch den Kernlebensraum der Wildkatze und durch die besonders hochwertigen Flächen des Truppenübungsplatzes würde diese Straße verlaufen. So viele streng geschützte und gefährdete Rote-Liste-Arten wie hier fände man im Saarland sonst nur noch selten auf so engem Raum. „Es ist absolut unverständlich, wie der Merziger Grünenchef Borger, der die Umgebung seines zweifelhaften Trassenvorschlags doch persönlich genau kennen müsste, auf eine solche Idee kommen kann“, so Reiter weiter.
Statt der jetzt geplanten Umgehung Besseringen zusätzlich eine neue Straße durch den Mettlacher Wald steil den Berg hinauf bis zur Haardt zu bauen, verschiebe den Eingriff lediglich um wenige hundert Meter. Das alles zusammen auch noch als eine besonders ökologische Alternative anzupreisen, sei vollkommen absurd.
Die immer wieder von den Befürwortern bemühte Notwendigkeit für all diese Umgehungsstraßen sei auch längst nicht mehr gegeben. Die Verkehrszahlen sänken – ein Blick auf die Verkehrsmengenkarten 2000 und 2005 belege dies. Im gesamten nördlichen Saarland sei der Verkehr in diesem Zeitraum um 5 bis 10 Prozent zurückgegangen, ein deutliches Anzeichen des demographischen Wandels, der sich unaufhaltsam fortsetzen werde. In diesem Zusammenhang sei es bisher immer erklärte Politik der Grünen gewesen, den öffentlichen Verkehrsverbund zu fördern und nicht den Straßenneubau. Das scheine nun alles nicht mehr wahr zu sein.
Besonders besorgniserregend sei, dass Borger offensichtlich bereits von Vertretern seiner Koalitionspartner wie der Merziger Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich (CDU) beim Wort genommen werde. „Das lässt Schlimmes von der neuen Landesregierung für die Natur im Saarland befürchten“, so der Naturschützer.
Für Rückfragen: Karl Rudi Reiter, stellv. Landesvorsitzender, Tel. 0 68 32 / 70 29






