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NABU fordert dichtes Wertstoffsammelnetz

Der SZ-Bericht „ Wenn Müllkippen zu Schatzkammern werden“ vom Mittwoch (03.02.2010) zeigt das Desaster der kommunalen Abfallentsorgung in ihrer ganzen Fehlentwicklung besonders deutlich. Die seit Jahrzehnten von den Umweltverbänden geforderte nachhaltige Neuorganisation der Abfallentsorgung steckt immer noch in den Kinderschuhen. Millionen Tonnen wertvolle Rohstoffe werden preistreibend über ein Zwangsgebührensystem, über das die Entsorger hohe Kosten auf die Gebührenzahler abwälzen können, unsinnig entsorgt.

Der NABU fordert ein flächendeckendes Verwiegesystem, das Müllvermeidung fördert, Bürger für Wertstofftrennung belohnt und die Entsorgungskosten senkt. Dass dies bereits möglich ist, zeigt die Praxis einiger Gemeinden im Saarland. Dieses System funktioniert nur bei einem dichten Wertstoffsammelnetz, bestehend aus zentralen Wertstoffhöfen und vielen dezentralen Wertstoffsammelstellen. Für viele Bürger sind die Wertstoffhöfe zu weit entfernt und erfordern umweltbelastende lange Anfahrtswege. Aus diesem Grund fordert der NABU ein ergänzendes bürgernahes Sammelstellensystem für Wertstoffe.

Am Beispiel Tierknochen wird die mangelnde Nachhaltigkeit des Entsorgungssystems besonders deutlich. Weltweit gehen die Phosphatvorräte als einer der wichtigsten Dünger in der Landwirtschaft rapide zur Neige. In den Tierknochen sind sehr hohe Phosphatanteile enthalten. In Europa werden Millionen Tonnen Tierknochen weggeworfen oder mit dem Müll verbrannt. Daher fordert der NABU, Tierknochen über die Wertstoffsammelstellen systematisch zu sammeln und der Düngerverwendung zu zuführen und damit Phosphatdepots für die Zukunft anzulegen.

Auch im Klärschlamm ist viel Phosphat enthalten. Klärschlamm, Biomüll, kommunaler Grünschnitt zusammen mit Gülle aus der Landwirtschaft müssen klimaschonend in technisch geeigneten Biogasanlagen verarbeitet werden. Das in den Gärrückständen der Biogasanlagen angereicherte Phosphat muss dann auch der Düngung zugeführt werden. Stattdessen wird durch das fehlgesteuerte Energieeinspeisungsgesetz (EEG) der klima- und biodiversitätsschädliche Maisanbau gefördert, weil die dort eingesetzte Gärtechnik für Gewinnmaximierung über energiereiche Mais- und Grünsilage ausgelegt ist. Daher fordert der NABU ein integratives Abfallwertstoffsystem, das alle Belange des Klimaschutzes und der biologischen Vielfalt beinhaltet.

 

Für Rückfragen: Karl Rudi Reiter, stellv. Landesvorsitzender, Tel. 0 68 32 / 70 29

 

 

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