Im Saarland steht die Ampel auf Gelb Umweltverbände fordern mehr Anstrengungen
In einer deutschlandweiten Untersuchung haben die beiden Umweltverbände BUND und NABU die Aktivitäten der Länder bei der Umsetzung der Strategie zur biologischen Vielfalt erhoben und auch bewertet. BUND und NABU haben zur Bewertung des Biodiversitätsschutzes ein Ampelmodell erstellt. Die Leistungen der Bundesländer werden entweder mit grün, gelb oder rot bewertet. Um „grün“ zu bekommen, müssen mehr als zwei Drittel des Zielwertes der bewerteten Naturschutzmaßnahmen erreicht werden. Für „gelb“ sind es mehr als ein Drittel. Alles was darunter liegt bekommt ein „rot“.
Das Saarland als kleinstes Flächenbundesland hat in diesem Ländervergleich relativ gut abgeschnitten, vor allem wegen seiner beiden großen Waldschutzgebiete „Urwald vor den Toren Saarbrückens“ und dem „Prozessschutzrevier Quierschied“. In der Gesamtschau aller Kriterien hat das Saarland damit die meisten Prozentpunkte erreicht. Allerdings hat das Saarland noch nicht einmal die Hälfte der Punkte erreicht, was das gute Ergebnis relativiert und es sich nur als Einäugiger unter den Blinden fühlen kann. Zusammen mit den Ländern Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen zeigt die Ampel immerhin auf Gelb, bei den restlichen Ländern auf Rot. Insgesamt gesehen gibt es keine grüne Welle für den Biodiversitätsschutz in Deutschland.
„Wir freuen uns natürlich über das saarländische Ergebnis bei diesem Länderranking, zeigt es doch, dass der Naturschutz einen gewissen Stellenwert in Politik und Gesellschaft erreicht hat. Und es ist auch als kleiner Teilerfolg der Vorgängerregierung und den Aktivitäten der beiden Naturschutzverbände sowie der Naturlandstiftung Saar zu bewerten. Es zeigt aber auch, wo die Schwachstellen liegen, wenn nicht einmal die Hälfte der Prozentpunkte erreicht wurde. Wir müssen daher weiter Gas geben beim Schutz der biologischen Vielfalt um auch nur annähernd den internationalen Verpflichtungen nachzukommen. Wir dürfen uns nicht ausruhen. Die Zahlen sind dramatisch. Über 70 Prozent der Lebensräume von Pflanzen und Tieren in Deutschland sind gefährdet“, so Christoph Hassel, Landesvorsitzender des BUND und Ulrich Heintz, Landesvorsitzender des NABU.
Wichtige Handlungsfelder sehen die beiden Verbände in der Schaffung eines landsweiten Biotopverbundes, eine stärkere Verankerung der regionalen Biodiversitätsstrategie im ressortübergreifenden Regierungshandeln und Ausrichtung an den Bundeszielen, eine stärkere auch finanzielle Förderung einer naturverträglichen Landwirtschaft und Ausbau des Ökolandbaus im Saarland. Auch müssen die bestehenden Konzepte mit Leben erfüllt und für die NATURA-2000-Gebiete entsprechende Managementpläne erarbeitet und umgesetzt werden.
„Der Schutz von Lebensräumen und Tier- und Pflanzenarten darf nicht nur auf dem Papier stattfinden. Das Land muss sich hier seiner Verantwortung stellen und auch finanzielle Mit-tel zur Umsetzung der Strategien und Konzepte zur Verfügung stellen. Nur so lassen sich in einer gemeinsamen Kraftanstrengung Fortschritte beim Schutz der biologischen Vielfalt erreichen“, so die beiden Vorsitzenden Hassel und Heintz.
Christoph Hassel, Landesvorsitzender BUND Saar
Ulrich Heintz, Landesvorsitzender NABU Saar
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