Nachrichten des NABU Saarland

7 NABU-Tipps für eine umweltfreundlichere Weihnachtszeit

So werden die Feiertage abfallarm – Beim Weihnachtsbaum auf heimische Kulturen achten

Alle Jahre wieder quellen Mülltüten, Tonnen und Container über: Weihnachten, das „Fest der Liebe und Freude“, wird zur Abfallorgie und Belastung unserer Umwelt. Berge von Geschenkpapier, Lametta und Plastik wandern in den Müll. Der NABU gibt Tipps für abfallarme Feiertage.

Tipp 1: Oh, echter Tannenbaum!

Auch wenn modisch gefärbte Plastik-Christbäume als „letzter Schrei“ gelten: Besser, man bleibt beim guten alten echten Tannenbaum. Bäume aus Kunststoff nadeln zwar nicht, belasten aber die Umwelt und enden irgendwann als Plastikmüll. Echte Weihnachtsbäume dagegen können wieder zu Humus oder nach ihrem Gebrauchsende wenigstens noch energetisch verwertet werden.

Tipp 2: Weihnachtsbäume möglichst regional und bio

Unter Umweltgesichtspunkten schneiden zertifizierte Bio-Weihnachtsbäume sowie Nadelbäume aus FSC-zertifizierten Wäldern wie beispielsweise vom SaarForst Landesbetrieb am besten ab, weil hier im Gegensatz zu konventionellen Weihnachtsbaumplantagen keine Pestizide eingesetzt werden. Außerdem sollte man sich für regional produzierte Weihnachtsbäume entscheiden. Das ist umweltfreundlicher, weil die Transportwege kurz sind. Weihnachtsbäume haben in unseren Wohnzimmern zudem nur eine kurze Verweildauer und werden anschließend entsorgt. Alternativ können auch Zweige dekoriert werden, oder größere Zimmerpflanzen  werden für die Weihnachtszeit geschmückt.

Tipp 3: Öko-Style für Weihnachtsbäume

Zum umweltverträglichen Christbaumschmuck gehören Holz, Stoffbänder und Figuren aus Papier, Holz, Stroh oder Wachs in einem zeitlosen Design, die man wiederverwenden kann. Auch mit Nüssen, Plätzchen und Obst lassen sich Christbäume wunderschön und auch kostengünstig dekorieren. Vermeiden sollte man Schnee- und Glitzersprays, die eine spätere Kompostierung verhindern oder auch beim Verbrennen problematische Schadstoffe produzieren. Aus demselben Grund macht es Sinn, vor dem Bereitstellen bei den ausgedienten Weihnachtsbäumen vollständig das Lametta zu entfernen, sofern man auf dieses nicht verzichten möchte.

Tipp 4: Kerzen – Bienenwachs statt Erdöl oder Palmöl

Kerzen bestehen heute meistens aus Erdöl (Paraffin) oder Pflanzenölen (Stearin), letztere sehr oft aus nicht nachhaltig angebautem Palmöl.  Daher sollte bei Kerzen aus Pflanzenölen darauf geachtet werden, dass der Rohstoff aus nachhaltigem Anbau kommt. Besonders zu empfehlen sind Kerzen aus heimischem Bienenwachs, die nicht nur sehr schön aussehen, sondern auch gut riechen. Gleichzeitig wird dadurch die Imkerei vor Ort gefördert. Das „RAL-Gütezeichen“ steht bei Kerzen für  gesundheits- und umweltorientierte Grenzwerte für die Inhaltsstoffe, Dochte und Lacke. Teelichter gibt es auch ohne Aluschale, und Glasschalen lassen sich neu befüllen. So wird überflüssiger Müll vermieden.

Tipp 5: Geschenke pfiffig verpackt

Es muss nicht immer Geschenkpapier sein, erst recht nicht alubeschichtetes Schmuckpapier. Als Alternative  bieteten sich Recyclingpapier, Kartons und Packpapier an, phantasievoll bemalt oder mit Gebäck, Zweigen, getrockneten Blättern und Blumen beklebt. Bänder aus Stoff müssen nicht im Müll landen, sondern können wie teilweise auch das Geschenkpapier im kommenden Jahr oder für andere feierliche Anlässe wieder benutzt  werden.

Tipp 6: Küsse unter dem Mistelzweig

Laubholz-Misteln sind inzwischen nicht mehr „vom Aussterben“ bedroht, aber am besten nimmt man heimische Mistelzweige von Streuobstwiesen mit Apfel- oder Birnenbäumen, da sich die Mistel dort immer weiter ausbreitet. Nicht gut ist Dekoration aus Eukalyptus, die inzwischen auch in Deutschland angeboten wird. Eukalyptus wird meist in Plantagen angebaut und deren Produkte haben einen langen Transportweg nach Deutschland.

Tipp 7: Wachs statt Blei gießen

Warum nicht einmal Kerzenwachs als Orakel zum Jahreswechsel? Das schont die Umwelt und sagt die Zukunft mindestens genauso zuverlässig voraus wie giftiges Schwermetall.

  • Mehr Infos: www.NABU.de/weihnachten
  • Für Rückfragen:
    NABU-Landesgeschäftsstelle, Geschäftsstellenleiter Wendelin Schmitt, Telefon: +49 (0)6881.93619-14