Nachrichten des NABU Saarland

NABU bezieht Stellung zur geplanten Golfplatzerweiterung

NABU Saarland fordert Entgegenkommen des Golfparkbetreibers in Nunkirchen-Weiherhof

Der Golfplatz Nunkirchen-Weiherhof soll nach neuesten Planungen von 18 auf 27 Loch erweitert werden sowie ein Hotel und Ferienwohnungen erhalten. Zu den Planungsunterlagen, die im Rahmen eines Bebauungsplanverfahrens offengelegt wurden, hat der NABU als „Anwalt der Natur“ mit seinen tangierten Gruppen Weiskirchen-Losheim, Noswendel und Beckingen eine umfangreiche fachliche Stellungnahme abgegeben und auf zahlreiche Fehlplanungen aufmerksam gemacht.

Dass eine politisch und privatwirtschaftlich gewollte Investition in dieser Größenordnung fast immer zu Lasten der Natur geht und so gut wie nie das im Gesetz geforderte Vermeidungsgebot für Eingriffe ernsthaft geprüft wird, führt auch in diesem Fall dazu, dass der NABU dieses Vorhaben in dieser Form ablehnen muss. Geplant war die Rodung von rd. 120.000 m² Wald und einer landschaftsbilddominierenden Eichenhecke. Gleichzeitig sollen als sogenannte Ausgleichsmaßnahmen wiederum wertvolle  Offenlandbereiche zugepflanzt werden. Hier hat der NABU massiv interveniert und nach erster Erkenntnis auch Gehör sowohl bei der Stadt Wadern als Planungsträgerin und Grundstücksbesitzerin als auch bei dem Investor und Betreiber des Golfparks Weiherhof gefunden. „Es geht uns vor dem Hintergrund der rechtlichen Möglichkeiten am Ende aber  darum, derartige Planungen  soweit nur irgend möglich  zu optimieren und möglichst naturschonend zu entwickeln“, so der NABU-Waldreferent Helmut Harth.

Bei einem gemeinsamen Ortstermin wurde so beispielsweise vereinbart, dass der besonders wertvolle Eichenhain nun verschont wird, dass ein geplanter Lagerplatz zugunsten einer Gehölzinsel aufgegeben wird, dass die tatsächliche Waldrodung durch Plananpassungen auf ein Minimum reduziert wird und Waldboden als solcher außerhalb der Abschläge und „Greens“ erhalten bleibt, dass die wertvollen Laubbäume nahezu alle erhalten bleiben und die Ausgleichsmaßnahmen vollständig neu geplant werden.

„Wir begrüßen außerdem, dass der Golfplatzbetreiber zugesagt hat, künftig vollständig im gesamten Golfpark auf den Einsatz von chemischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln zu verzichten. Dies wäre ein echter Meilenstein im Sinne des Boden- und Gewässerschutzes, bzgl. dieses flächenintensiven Freizeitsports“, so Harth weiter.

Als letzter Dorn im Auge des NABU verbleibt somit die geplante Rodung von ca. 50.000 m² öffentlichem Stadtwald, der gleichzeitig viele multifunktionale gemeinwohlbetreffende wie auch ökosystemare Aufgaben erfüllt. Entscheidend ist hierbei nicht, ob diese Waldfläche aktuell Nadelbaum dominiert ist, um die vielfältigen Funktionen für die Natur zu erbringen. Hier erwarten die Naturschützer, dass  noch eine Alternative in den unmittelbar angrenzenden intensiv genutzten Agraräckern gefunden wird . Ansonsten wäre eine aufwändige funktionale Ausgleichsmaßnahme hierfür zwingend erforderlich.

Der NABU ist daher sehr gespannt, ob die Gesprächsergebnisse nun auch im weiteren Planungsverfahren umgesetzt werden und wird diese weiterhin  kritisch begleiten.

Für Rückfragen:
Helmut Harth,  Waldreferent,
Tel. 06806 850338helmut.harth@NABU-saar.de