Nachrichten des NABU Saarland

Pressemitteilung des NABU Saarland zur angeblich „neuen“ Variante für eine Nordumfahrung Merzig

Seit nunmehr fast drei Jahrzehnten wird das Thema Nordumfahrung Merzig alle paar Jahre wieder aufgekocht.

Umgehung Besseringen (2010)

Luftbild aus Google-Maps der Umfahrung

Im Gegensatz zu manch leckerem Eintopfgericht, das durch mehrmaliges Aufwärmen schmackhafter wird, bleibt die Nordumfahrung trotz aller „neuen“ Ideen eine unverträgliche Kost. Sie würde das große Waldgebiet zwischen Mettlach, Besseringen, Merzig und Brotdorf zerschneiden und einen Großteil des Waldes zerstören.

„Alle Welt regt sich – oft zurecht - darüber auf, wenn z. B. für Windräder Waldflächen gerodet werden sollen. Die Kreisstadt Merzig hat dies für ihr Territorium sogar kategorisch ausgeschlossen, um den Wald zu schützen. Für diese neue Straße würde man aber nun ohne mit der Wimper zu zucken eine immens große Waldfläche opfern und den Lebensraum des Kammerforstes erneutzerschneiden“ stellt Karl-Rudi Reiter, stellvertretender Vorsitzender des NABU Saarland fest und belegt dies mit zwei Aufnahmen, die das Ausmaß der Waldzerstörung durch die bereits gebaute Ortsumgehung Besseringen zeigen (siehe Fotos).

Zur Erinnerung: Dieses Waldgebiet ist ein Kernlebensraum der europäischen Wildkatze und vieler weiterer stark gefährdeter Arten!Da ändert auch die wiederholt als „neue“ Variante in die  Diskussion gebrachte Wegeführung auf der Linie des alten Britter Wegs nichts daran.Entgegen der nun veröffentlichten Behauptungen wurde sie natürlich auch bereits ausführlich im Rahmen von Verkehrsgutachten zu dieser Straßenplanung überprüft – und für untauglich befunden.

„Welche „neuen“ Erkenntnisse soll eine Wiederholung dieser Überprüfung bringen?“, fragt Reiter. Das wäre nur eine Geldverschwendung für teure Gutachten, die am Ende doch nicht die gewünschten Ergebnisse bringen. Wenn man sich das Verkehrsdilemma in Merzig anschaut, stellt man fest, dass zur Behebung dieses Zustands eine fertige Planung in der Schublade schlummert, die seit mehr als fünf Jahren hätte umgesetzt werden können. Hier legt Reiter den Finger in die Wunde und fordert: „Die Kreisstadt Merzig und die Landesregierung sollten endlich ihre Bringschuldeinlösen und diese längst beschlossene Verbesserung der innerstädtischen Durchfahrt einfach einmal bauen. Dann erübrigt sich auch das Lamento nach neuen Straßen, die doch nicht halten können, was man sich von ihnen verspricht!“

Bildnachweise

Bild 1: B 51, Umgehung Besseringen, Trassenrodung im Jahr 2010 (Foto: Karl Rudi Reiter)

Bild 2: Die Schneise der B 51, Umgehung Besseringen, durch den Wald nordöstlich von Besseringen (Quelle: Google Maps 2013)

Für Rückfragen:

Karl Rudi Reiter, Stellvertretender NABU Landesvorsitzender, Tel. 0171 4940442, rkreiter@t-online.de