Geocaching und Naturschutz

Schnitzeljagd war gestern, heute ist Geocaching angesagt. Was als skurriles Hobby einiger weniger begann, ist zur Massenbewegung geworden. Kurz gesagt geht es darum, Verstecke von kleinen Behältern aufzuspüren. Diese "Caches" enthalten meist völlig unspektakuläre Gegenstände und dazu ein Logbuch, in das sich jeder Finder einträgt.

Hier einige Tipps in Kurzform, um diese Art des Naturzuganges in Einklang mit Naturschutz zu bringen.

Gefahren durch Geocaching

  • Durch Aufsuchen von Rückzugsorten seltener Arten kommt es zu Störungen und zur Brutaufgabe
  • Durch Caches in Höhlen, Felsen, Bunkern oder Stollen können felsenbrütende Vogelarten, Reptilien und Fledermäuse gestört werden
  • „Autobahnen“ (=häufig genutzte Caches) stören Tiere dauerhafter als normale
    Waldbesucher
  • Zertreten von seltenen/geschützten Pflanzen
  • Unerlaubtes Betreten bestimmter Flächen (z. B.: Natur- und Vogelschutzgebiete, aus
    Artenschutzgründen gesperrte Waldflächen, gesetzlich geschützte Biotope)

Beim Erstellen eines Caches ist zu beachten:

  • Werden Naturschutzgebiete/Biotope tangiert oder durchquert?
  • Wird der Baum/Baumstumpf von Vögeln, Kleinsäugern oder Insekten als Nist- oder Wohnplatz genutzt?
  • Wird der Baum/Baumstumpf durch das Verstecken, Anbringen bzw. später durch das
    Suchen von Hinweisen beschädigt?
  • Keine Caches in Baumhöhlen oder Nistkästen, egal ob diese als Nistplatz
    oder eigens als Cacheversteck angebracht wurden!
  • Bestehen weitere Gefahren für die Tier- und Pflanzenwelt?
  • Keine Nightcaches im Wald!

Verhaltensregeln

  • Beachten des Bundesnaturschutzgesetzes besonders § 44
  • Vorab-Informationen über das Gebiet, z. B. Naturschutzgebiete, Betretungsverbote etc.
  • Abbruch einer Suche, wenn man z.B. in einem Naturschutzgebiet vom Weg abweichen muss
  • Melden von Caches in Schutzgebieten beim Owner oder Reviewer und Bitte um Löschung
  • Disablen eines Caches bei bestimmter Tieraktivität oder Ruhephasen (z. B. Fledermäuse: 15.11. bis 15.4.)
  • Brut- und Setzzeiten (1.3. bis 30.6.) beachten
  • Tier- und Pflanzenwelt nicht absichtlich stören
  • Nichts zerstören, mitnehmen u.ä.
  • Keine Umweltverschmutzung betreiben, besser gefundenen Müll einsammeln
  • Wegen Brandgefahr glimmende Zigaretten, Lagerfeuer, Flaschen, Glasscherben, Folien oder Metallteile vermeiden
  • Nach Möglichkeit Fahrgemeinschaften bilden oder ÖPNV nutzen

Wie finde ich Naturschutzgebiete?

  • Im Saarland: www.geoportal.saarland.de
  • Viele andere Bundesländer besitzen auch ein Geoportal
  • Weiter Informationen über die jeweilige Untere Naturschutzbehörde