Autor und Copyright: Dr. Elmar Billig
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Hornissen

Keine Angst vor Hornissen ist das Motto unserer Internet-Info.

Bei anhaltend schönen Sonnentagen lassen sich auch Hornissen, Wespen und Co wieder in unseren Gärten blicken. Kein Grund zur Panik, wenn einige einfache Regeln beachtet werden, und wenn man etwas näher mit diesen hochinteressanten gelbschwarzen Fliegern vertraut wird.

 

 

Keine Angst vor Hornissen

Entgegen der landläufigen Meinung und dem jährlich wiederholt anzutreffenden Stimmungsbild in der Bevölkerung sind Hornissen nämlich:

  • Harmlos – sie sind keine Horrorwesen sondern friedliche Tiere, die sich nur dann verteidigen und (stechen), wenn sie sich angegriffen fühlen. Hornissen verhalten sich ansonsten sogar ruhiger und berechenbarer als z.B. die Honigbienen.
  • Besonders schöne und interessante Insekten – Hornissen sind nicht zuletzt weil relativ groß und besonders auffällig schwarz-gelb gezeichnet sind faszinierende Insekten. (siehe eine wunderschöne Fotografie mit einer Hornisse in Frontansicht unter www.hornissenschutz.de)
  • Und vor allem auch artenschutzrechtlich geschützt: Durch die jahrelange unsinnige Verfolgung sind Hornissen gefährdet und auf einigen Roten Listen aufgenommen worden. Ansonsten sind sie jedoch generell durch die Bundesartenschutzverordnung geschützt. Ihre Nester dürfen weder gestört noch zerstört werden.

Hornissen- und Wespen-Tipps für den Sommer

Bei anhaltend schönen Sonnentagen lassen sich auch Hornissen, Wespen und Co wieder in unseren Gärten blicken. Kein Grund zur Panik, wenn einige einfache Regeln beachtet werden, und wenn man etwas näher mit diesen hochinteressanten gelbschwarzen Fliegern vertraut wird.

Am sommerlich gedeckten Tisch machen sich nur zwei der acht heimischen Wespenarten, die „Deutsche und die Gemeine Wespe“ über Kuchen, Braten und Limonade her. Die anderen Wespenarten, Hornissen, Hummeln und Wildbienen sind nicht interessiert. Das liegt an ihrer Lebens- und Ernährungsweise: Hornissen jagen Fliegen und Spinnen und nehmen auch gerne die Raupen so genannter „Forstschädlinge“ zu sich. Kohlenhydrate, ihr „Flugbenzin“, tanken sie an Baumrinden, reifem Ost und Wildblüten und - Früchten. Hummeln und Wildbienen sind auf Pollen und Nektar spezialisiert. „Selbst die oft lästigen Wespen lassen sich mit einfachen Mitteln vom Tisch fernhalten,“ rät Wega Kling, „Einzelne Wespen kann man mit einer ruhigen vom Körper weg geführten Handbewegung zum Wegfliegen bringen, und mit den folgenden Tipps ist auch mit den nervigen beiden Wespenarten ein friedliches Zusammenleben möglich„.

Speisen und Getränke sollte man abdecken, nach dem Essen sollte der Mund bei Kindern abgewischt werden.Nie direkt aus der Flasche trinken. Am besten Getränke mit dem Strohhalm trinken. Wespen können durch ein abseits stehendes Gefäß mit süßem Inhalt oder auch einem Fleischstückchen abgelenkt werden, sie können sogar in aller Ruhe beim Abtransport der „Lunchpakete“ beobachtet werden. Der süßliche Geruch von Parfum und Autan zieht Wespen an, gerne fliegen sie auch auf bunte Kleidung. Obst sollte aus der Wiese aufgesammelt werden. Bei größerem Wespenaufkommen oder einem Nest in der Nähe sollte man nicht barfuß laufen. Viele weitere Tipps bieten die NABU Infos.

Hornissen lassen sich bei vorsichtigem Herangehen sogar aus nächster Nähe beobachten; sie wollen ungestört ihre Bahn ziehen und vermeiden den Kontakt. Bewegt man sich ruhig in der Nähe eines Hornissennestes, atmet es nicht an und verzichtet auf Parfüms und Insektensprays, bietet sich ein unvergessliches Naturschauspiel. Unsere größte soziale Faltenwespe ist alles andere als stichfreudig. Nur wenn Hornissen sich durch flatternde Kleidung, hastige Bewegungen oder Rütteln am Nest bedroht fühlen, kann es zu einem Angriff kommen.

Längst ist wissenschaftlich erwiesen, dass die selten vorkommenden Hornissenstiche in der Regel zwar unangenehm sind aber nicht gefährlicher als Bienen- oder Wespenstiche. Davon ausgenommen sind Menschen, die unter einer Insektenstichallergie leiden. Diese sollten im Fall eines Hornissen- oder sonstigen Insektenstiches ein ärztlich verordnetes Medikament einnehmen oder einen Arzt aufsuchen. Auch bei Stichen in den Mund- und Halsbereich sollte umgehend ein Arzt hinzugezogen werden. Ansonsten soll die Einstichstelle direkt gekühlt werden. Geeignete Salben können angewandt werden, um eine Linderung zu bewirken. Bei mehreren Stichen helfen auch die Einnahme von Calciumpräparaten und ein kräftiger Schluck Bohnenkaffee. Alkohol ist dagegen ungeeignet.

Hat sich eine Hornisse oder Wespe ins Haus verflogen, kann man an einer Fensterscheibe vorsichtig ein Glas darüber stülpen, dann ein Stück dünner Pappe dazwischen schieben und das Insekt aus dem so verschlossenen Glas ins Freie entlassen.

Hornissen und Wespen leben oft von uns unbemerkt auf Dachböden, in Vogelhäuschen und in Gartenschuppen. Wurde ein Nest doch einmal an einem ungeeigneten Platz gebaut, stehen Berater zur Verfügung. Hornissen sind wegen ihrer Bestandsgefährdung besonders gesetzlich geschützt. Ihr Nest darf nicht zerstört oder von unbefugten Personen versetzt werden. Eine unvermeidliche Umsiedelung darf von Fachleuten mit Ausnahmegenehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde vorgenommen werden.

Das saarländische Hornissenberaternetz

Der NABU Saarland, das Landesamt für Umweltschutz (LUA) als Artenschutzbehörde und die saarländischen Hornissenberater setzen sich dafür ein, dass Hornissennester geschützt und erhalten bleiben können. Deshalb beraten wir Bürgerinnen und Bürger, die sich wegen Hornissen in ihrer Wohnumgebung Sorgen machen, gerne und ausführlich.

Kontakt:

  • NABU Saarland, Landesgeschäftsstelle, Tel. 0 68 81 / 9 36 19 - 0

Der NABU Saarland empfiehlt: Mündener Hornissenkasten

Der "Mündener Hornissenkasten" konnte bei Ansiedlung und Umquartierung von Hornissenvölkern erfolgreich eingesetzt werden. Den ausführlichen Bauplan findet Sie unter: http://www.hornissenschutz.de/nistkast.htm

Die Hornissenkästen können an Lichtungsrändern, Waldsäumen, in Gärten oder auch an Bauwerken in einer Höhe von etwa vier Metern angebracht werden. Das Flugloch muss nach SüdOst-SüdWest gerichtet sein. Der Luftraum vor dem Kasten muss frei von Ästen sein, um einen offenen Anflug zu gewährleisten. Anfang Mai entfernt man die alten Nester.