Grußwort zur NABU- Landesvertreterversammlung im Oktober 2015

Ulrich Heintz, Landesvorsitzender

Meine sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde im NABU

der NABU Saarland zählt im Reigen der Landesverbände zwar zu den „Kleinen“, ganz sicher aber auch zu den Beachteten. Und dies nicht nur wegen unseres, in Relation zur Gesamtbevölkerung des Landes Spitzenwertes bei den Mitgliederzahlen.
Wir sind der einzige Landesverband, dem es gelungen ist, gleich zwei Projekte aus dem Fördertopf „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ (BBV) auf den Weg zu bringen. Entscheidender aber ist noch, dass wir mit einem denkbar geringen finanziellen Eigenanteil über mehrere Jahre Themen professionell besetzen können, die eine nachhaltige Wirkung für Verantwortungsarten in der Fläche erzielen und uns in der fachlichen wie sonstigen Öffentlichkeit eine anerkannt positive Wahrnehmung bringen. Dies gilt sowohl für das Knabenkraut-Projekt wie auch für das Alt- und Totholz-Projekt, das sich einem außergewöhnlich hohen Potenzial der Artenvielfalt unseres naturnächsten Lebensraumes widmet.
In diesem konnten wir noch 2014 mit Unterstützung des Ornithologischen Beobachterrings Saar (OBS) und des SaarForst Landesbetriebs einen weiteren wichtigen Pflock zum Schutz heimischer Großvögel einrammen, eine überarbeitete, freiwillige „Horstschutzvereinbarung“, die die Chance bietet, in jedem Jahr neu das Gefährdungspotenzial für Brutstandorte deutlich zu reduzieren.
Nach 20 Jahren „Biber im Saarland“ ist dieser schon so zur Gewohnheit geworden, dass wir uns kaum noch vorstellen können, dass wir uns vor der Wiederansiedlung ähnlich intensiv mit Behörden und Öffentlichkeit zu beschäftigen hatten, wie es uns aktuell die Diskussion um die selbstständige Rückkehr des Wolfes beschert. In beiden Fällen könnte und kann der NABU aber mit seinen Expertinnen und Experten unter Beweis stellen, dass wir thematisch für die aktuellen Herausforderungen im Bereich des Natur-und Artenschutzes bestens aufgestellt sind.
Im Zusammenhang mit der letztjährig, leider wie immer emotional geführten Diskussion, seit sich die Gesellschaft um zeitgemäße Neuausrichtungen der Jagd bemüht, gibt es aktuell einen verspäteten Erfolg zu vermelden: Einer der Marktführer für Jagdausrüstung hat beschlossen, zukünftig nur noch bleifreie Munition in seinem Angebot vorzuhalten. Fast unbemerkt hat damit eine Jahre lang andauernde Diskussion, die sich nicht zuletzt auch in zahllosen NABU-Forderungen wiederfand, ein besseres Ende für Natur und Mensch gefunden.
Damit dies aber auch in Zukunft so bleiben wird, brauchen wir eine kontinuierliche aktive Kinder- und Jugendarbeit. Die Naturschutzjugend (NAJU) und ebenso unsere Ökopädagogen leisten, nicht zuletzt auch unterstützt vom Minister für Umwelt und Verbraucherschutz, seit vielen Jahren hier eine überdurchschnittlich engagierte Arbeit. Als ich vergangenen Sonntag die Besucher einer aus den Nähten platzenden Urwaldscheune anlässlich des Kinderurwaldfestes begrüßen durfte, wurde mir das wieder einmal mehr als bewusst. Nicht zuletzt werden hier auch Unterstützer und Unterstützerinnen für unsere gemeinsamen Anliegen gewonnen, ob als Mitglied des NABU oder einfach nur als sensibilisiertes Mitglied unserer Gesellschaft.
Wenn wir 2014 gleich neun NABU-Gruppen-Jubiläen zwischen zehn und 50 Jahren begehen konnten und 2015 unser eigenes 60. (!), dann sollten wir zu Recht mit Stolz zurückblicken, aber vor allem auch nach vorne, denn die Herausforderungen nach innen wie außen sind vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklungen, aber globalisierter Umweltveränderungen, nicht geringer geworden.
All das zuvor Erwähnte stellt keine Alltäglichkeiten dar, ebenso wenig wie die Verschriftung unseres Jahresberichtes, der nur durch das engagierte Zutun der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Landesgeschäftsstelle und unserer Chefredakteurin Ute Maria Meiser zustande kam.
Dafür und auch für Euer Engagement im zurückliegenden Jahr ein herzliches Dankeschön.
Lebach, im Oktober 2015

Ihr Ulrich Heintz, Landesvorsitzender NABU Saarland